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Man nehme:

Frau Atakay und Frau Vogt begannen, die Frühlingszwiebeln, die Petersilie, die Gemüsezwiebeln und den Knoblauch zu schneiden, während der Dinkel im Topf köchelte. Frau Bektasch, die ältere Nachbarin von Frau Atakay, hielt sich im Hintergrund. Doch die beiden türkischen Frauen fragten sich auf Türkisch und auf Deutsch, ob das Rezept auch mit dem mindestens dreimal so großen Dinkel klappen würde? Die Praktikantin hatte die Zutaten für unser internationales Kochen eingekauft und eine ebenfalls türkische Frau hatte im Supermarkt gemeint, Köfte würden auch mit Dinkel klappen, wenn es gerade keinen Bulgur gibt.
Etwas später kam Frau Coban mit ihrem sechs Monate alten Baby dazu. Sie schaute in den Dinkeltopf, gab ihr Baby Frau Bektasch ohne viele Worte in den Arm und holte sofort den richtigen fein gemahlenen Bulgur von Zuhause. Vorher hatte sie bereits ein extragroßes rundes silberfarbenes Metalltablett und eine Decke mitgebacht. In der Zwischenzeit gesellte sich Frau Ünsal mit ihrer vier jährigen Tochter, die sofort anfing, mit einem Spielauto durch den Raum zu fahren, zu uns dazu.
Alle fein geschnittenen Zutaten vermengte Frau Coban mit dem Bulgur zunächst am Tisch sitzend auf dem Tablett, dann wechselte sie ihren Platz und kniete sich mit dem Tablett auf die Decke auf den Boden. Die vier Frauen unterhielten sich lebhaft in ihrer Muttersprache, nur ab und zu schnappte Frau Vogt ein Wort auf, das sie verstand. Mindestens 15 Minuten wurde die Köfte-Masse intensiv geknetet. Frau Atakay gab am Schluss etwa fünf Esslöffel in der Pfanne erhitztes Olivenöl dazu, als der Teig schon sehr fein vermengt war. Dann wurden die ca. 3cm langen Köfte geformt. Dazu gab es Salat.

Wir freuen uns über weitere erlebnisreiche Koch-Nachmittage! Welche Mutter hat Interesse uns das nächste Mal am Dienstag, den 24.Juni, in ihre Koch-Künste aus ihrem Land einzuführen?